יִתְגַּדַּל וְיִתְקַדַּשׁ שְׁמֵהּ רַבָּא. – Kaddisch für die aus Kassel deportierten Jüdinnen und Juden am 11. November 2025

2659 Namen, 14 Stunden, 42 Lesende: Manchmal braucht es Zahlen, um Dimensionen zu verdeutlichen. Doch hinter den Namen verbergen sich 2659 Einzelschicksale von Jüdinnen und Juden, die von Kassel aus in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert worden waren und deren Leben ein jähes, grausames Ende fand.

Zum 87. Jahrestag des ersten Massentransportes wurde am einstigen Sitz der Kasseler Gestapo am Königstor jeder Einzelne mit seinem Schicksal aufgerufen: Geburtsdatum, Geburtsort, letzter Wohnort, Alter, das er / sie am Deportationstag erreicht hatte, und der Weg in die Vernichtung – soweit er sich nachvollziehen ließ.

14 Stunden brauchte es, um jedem Menschen zu gedenken – von morgens 8:00 Uhr bis abends 22:00 Uhr. Eine Aufgabe, der sich 42 engagierte Bürgerinnen und Bürger stellten, unter ihnen Mitglieder der Initiative Gedenkort Polizeipräsidium Königstor, der Omas gegen Rechts, der Aktion Sühnezeichen/ Friedensdienste, der Seebrücke Kassel, der Stolpersteine in Kassel, der Freundinnen und Freunde  jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, der Gesellschaft Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kassel, der Evangelischen und Katholischen Kirche, Schauspieler und Mitarbeitende des Staatstheaters Kassel, die Präsidentin der Universität Kassel Prof. Dr. Ute Clement, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kassel Ilana Katz und andere mehr.

Die Aktion endete mit einem Gedenkgebet und Musik. Das Gebet אֵל מָלֵא רַחֲמִים (El male Rahamim) sprachen Annette Willing und Jakob Axenrod. Es sang Elena Padva.

Ein herzlicher Dank an alle Beteiligten – und alle, die der Lesung zeitweise beigewohnt haben.

Die Veranstaltung wurde getragen von der Initiative Gedenkort Polizeipräsidium Königstor, dem Staatstheater Kassel und der Universität Kassel in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Kassel, dem Sara-Nussbaum-Zentrum, der Jüdischen liberalen Gemeinde Region Kassel e.V. Emet weschalom und der Gedenkstätte Breitenau. Schirmherr ist der Hessische Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Timon Gremmels.

Impressionen der Aktion (Fotos von Nicolas Wefers)